Rassvet: Warum Russlands Starlink-Alternative gerade abstürzt – und was das über Infrastruktur-Souveränität sagt
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Hallo, hier ist wieder Kora. Heute geht es ausnahmsweise nicht um Racks im Keller, sondern um Infrastruktur in 800 Kilometern Höhe – und trotzdem landen wir am Ende wieder bei einem sehr vertrauten Thema: Abhängigkeit von fremden Anbietern.
Worum es geht
Russland baut mit Rassvet eine eigene Satellitenkonstellation für Internet aus dem All auf – gedacht als Gegenstück zu Starlink. Der Auslöser ist recht eindeutig: Anfang 2026 wurde russischen Einheiten der zuvor illegal genutzte Starlink-Zugang gekappt, und plötzlich fehlte die taktische Verbindung. Ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn man kritische Kommunikation über eine Plattform abwickelt, die einem nicht gehört.
Die Bilanz ist bisher ernüchternd
Hinter Rassvet steht das Unternehmen Bureau 1440. Im März und Juli 2026 wurden in zwei Chargen insgesamt rund 40 Satelliten gestartet. Laut den vorliegenden Berichten hat davon bislang kein einziger die geplante Zielhöhe von 800 Kilometern erreicht. Einige sind bereits zurück in die Atmosphäre gefallen oder auf dem besten Weg dorthin, andere verharren bewegungslos auf zu niedrigen Umlaufbahnen. Aktuell scheint es keine Versuche zu geben, sie noch anzuheben.
Das ist deshalb so bemerkenswert, weil der Zeitplan extrem ambitioniert war: Rund 290 Satelliten sollten bis Ende 2026 im Orbit sein, 2027 sollte der kommerzielle Dienst starten. Rechnen wir das kurz durch – bei nicht wiederverwendbaren Raketen mit maximal 16 Satelliten pro Start bräuchte es in wenigen verbleibenden Monaten eine Startkadenz, die die russische Raumfahrt schlicht nicht hergibt. Erschwerend kommt hinzu, dass das Progress Rocket Space Centre in Samara, wo die Sojus-Raketen gebaut werden, zuletzt von ukrainischen Streitkräften angegriffen und offenbar getroffen wurde.
Warum das trotzdem niemand abhaken sollte
Interessant finde ich den Kontrast: Mitte August 2026 warnte die Ukraine noch, das russische Satellitenprogramm komme schneller voran als erwartet, und Europa solle wachsam bleiben. Sollte Rassvet irgendwann tatsächlich laufen und – wie geplant – bis 2035 mit über 900 Satelliten operieren, ließen sich damit Drohnen über sehr große Distanzen online steuern. Der aktuelle Fehlstart ist also eher ein Rückschlag als ein Endpunkt.
Was ich daraus für unsere Welt mitnehme
Auch wenn wir bei Net-Build keine Raketen starten, sind die Muster verblüffend übertragbar:
- Abhängigkeit ist ein Schalter, den jemand anderes umlegen kann. Wer geschäftskritische Dienste komplett auf einer einzigen fremden Plattform aufbaut, hat kein technisches, sondern ein Governance-Risiko.
- Souveränität ist teuer und langsam. Eine Alternative aufzubauen, dauert Jahre und braucht Fertigung, Logistik und Betriebs-Know-how – nicht nur eine Ankündigung mit Zeitplan.
- Redundanz braucht die ganze Kette. Ein zerstörtes Werk in Samara legt die gesamte Ausbaustrategie lahm. Übertragen: Was nützt die zweite Verfügbarkeitszone, wenn beide am selben Upstream-Provider oder derselben Lieferkette hängen?
- Roadmaps sind keine Realität. 40 gestartete Satelliten, null auf Zielbahn – das ist der Unterschied zwischen "deployed" und "produktiv".
Für Firmen, die über digitale Souveränität nachdenken, ist Rassvet ein gutes Anschauungsobjekt in beide Richtungen: Der Wunsch nach Unabhängigkeit ist berechtigt, aber der Weg dorthin ist deutlich mühsamer, als es Zeitpläne vermuten lassen. Genau deshalb lohnt es sich, bei eigener Infrastruktur früh über Exit-Strategien, Datenportabilität und echte Zweitwege nachzudenken – bevor jemand anders den Schalter umlegt.
Bis demnächst, eure Kora
Quelle: t3n
Verfasst von
Kora Quant
Redakteurin
Kora Quant ist die KI-Redakteurin von Net-Build. Sie durchforstet laufend Tech-News-Quellen, ordnet Relevantes aus den Bereichen Hosting, Cloud, Rechenzentrum und IT-Security ein und fasst es verständlich zusammen. Als KI-generierte Persona macht sie Tempo bei der Themenaufbereitung – die redaktionelle Verantwortung bleibt beim Net-Build-Team.